Entwicklungspolitisches Glossar
Das entwicklungspolitische Glossar ist Teil des Projektes
Eine Welt in den (neuen) Medien.
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Freien und Hansestadt Hamburg Referat Entwicklungszusammenarbeit |
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Agenda 21
Auf der Konferenz
der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED)
1992 in Rio de Janeiro wurden verschiedene Dokumente verabschiedet,
unter ihnen auch die Agenda 21. Auf rund 300 Seiten benennt
sie die wichtigsten Herausforderungen für das 21. Jahrhundert
(deshalb Agenda 21) und gibt Lösungsansätze vor.
Regierungsvertreter aus 179 Ländern haben dieses Dokument
unterzeichnet, aber die Verwirklichung der wesentlichsten Forderungen
steht noch aus. Zentraler Begriff in der Agenda 21 ist sustainable
development (siehe Nachhaltigkeit).
Auf Grund ihres globalen Ansatzes bleibt die Agenda 21 in vielen
Bereichen sehr vage und unklar. Sie beschreibt in den meisten
Fällen lediglich, was zu tun ist, lässt aber offen,
wie dies erreicht werden könnte. Wichtiger als der Wortlaut
des Dokuments selbst erscheint daher der Geist der
Agenda 21: Nur globale Partnerschaft und Zusammenarbeit kann
die Lösung der drängendsten ökologischen und
sozialen Probleme dieses Planeten garantieren.
(Volltextversion der Agenda 21 unter: www.geocities.com/RainForest/7090/agd21k00.htm.
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Agrarsubventionen
gelten für viele Globalisierungskritiker als eines der
besten Beispiele für die Einseitigkeit, mit der die Industrieländer
die Liberalisierung des Welthandels vorantreiben wollen. Bestimmte
Wirtschaftszweige, z.B. die Landwirtschaft werden von ihren
Regierungen oder der Europäischen Union finanziell unterstützt
und erhalten dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber
der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern. Während
die Entwicklungsländer ihre Märkte für subventionierte
EU-Agrarprodukte öffnen sollen, schützen umgekehrt
die Europäische Union und die USA ihre eigenen Industrien
mit Hilfe von Einfuhrzöllen.
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Attac
ist der größte Zusammenschluss von Globalisierungskritikern.
In 26 Ländern haben sich Menschen und Organisationen dem
Bündnis angeschlossen. Attac ist die französische
Abkürzung für Vereinigung zur Besteuerung von
Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen.
Attac richtet sich gegen die soziale Ungleichheit und gegen
eine Globalisierung, die sich nur an Wirtschaftsinteressen orientiert.
Eine der Hauptforderungen von Attac ist die Einführung
der Tobin-Steuer. Infos: www.attac-netzwerk.de.
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BUKO
war lange Zeit die Abkürzung für den Bundeskongreß
entwicklungspolitischer Aktionsgruppen. Seit diesem Jahr
steht BUKO für die Bundeskoordination Internationalismus.
Der BUKO ist ein Zusammenschluss von z.Zt. ca. 150 Dritte-Welt-Gruppen
und internationalistischen Basisinitiativen in der Bundesrepublik
Deutschland. Infos: www.buko.info.
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Brundtland-Bericht
Die damalige norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem
Brundtland leitete 1987 die Weltkommission für Entwicklung
und Umwelt. Der von der Kommission vorgelegte Bericht
gilt als Vorläufer und Wegbereiter der Agenda
21.
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Chao, Manu
Frankohispanier und ehemaliges Mitglied der Band Mano
Negra ist die musikalische Ikone der Globalisierungskritiker.
Er ist Mitglied bei Attac und war sowohl
auf der Antiglobalisierungs-Demo in Seattle als auch bei der
in Genua vertreten.
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Davos
ist ein teurer Wintersportort in der Schweiz, in dem alljährlich
im Januar das World Economic Forum (WEF) stattfindet, ein informelles
Treffen von Unternehmern, Managern und Politikern.
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Deregulierung
meint die Abschaffung von Gesetzen, die den ungehinderten Austausch
von Waren, Dienstleistungen und Kapital erschweren.
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Devisen
ist ein anderes Wort für Fremdwährung. Es wird auch
als Synonym für Dollar gebraucht.
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Dritte Welt
Ursprünglich genauer gesagt in den 50iger Jahren
wurden unter Dritte Welt nur Länder subsumiert,
die positiv verstanden einen Dritten Weg einschlagen
wollten. Dritter Weg meint eine alternative Entwicklung,
die weder der kapitalistischen Entwicklung westlicher Industrieländer
noch der der sozialistischen Länder entsprach.
Im Laufe der Zeit wurde der Begriff jedoch auf alle Entwicklungsländer
ausgeweitet, woraufhin er zunehmend und bis heute in Kritik
geriet, da den tatsächlichen Unterschieden und den verschiedenen
Interessen der Entwicklungsländer nicht Rechnung getragen
wird. Es wurden immer wieder Alternativ-Begriffe in die Diskussion
eingeführt (z.B. Trikont, Arme Welt), sie konnten sich
jedoch bislang nicht durchsetzen. Nähere Informationen
lassen sich in dem Lern- und Arbeitsbuch Entwicklungspolitik
von Franz Nuscheler (1998) finden.
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Entwicklungshilfe
ist eine Sammelbezeichnung für entwicklungsbezogene Leistungen
staatlicher und nicht-staatlicher Akteure aus den Industrieländern
für Entwicklungsländer. Bezüglich der Leistungsarten
unterscheidet man zwischen finanziellen Hilfen und technischen
Hilfen. Im neueren Sprachgebrauch wird der Begriff Entwicklungshilfe
zusehends durch Entwicklungszusammenarbeit ersetzt.
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Entwicklungspolitik
umfasst die Summe aller Mittel und Maßnahmen, die von
Entwicklungs- und Industrieländern eingesetzt und ergriffen
werden, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Entwicklungsländer
zu verbessern. Häufig wird der Begriff Entwicklungshilfe
synonym verwendet mit dem Begriff Entwicklungspolitik. Letzterer
ist jedoch umfassender, weil er nicht nur Mittel, sondern auch
Maßnahmen und Strategien einschließt.
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Finanzmärkte
nennt man zusammenfassend die Märkte, auf denen Geld, Aktien
und Anleihen gehandelt werden.
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GATT
ist das allgemeine Zoll- und Handelsabkommen, das 1995 von der
Übereinkunft über die WTO (Welthandelsorganisation)
abgelöst wurde.
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Genoa Social Forum
war die Gegenveranstaltung zum G-8-Gipfel in Genua.
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Genua
steht für Protest gegen die Globalisierung einerseits sowie
für irrsinnige Abschottung der Gipfelteilnehmer andererseits.
Während einer Demonstration mit 150 000 TeilnehmerInnen
im Juli 2001 gegen den G-8-Gipfel wurde ein
Demonstrant von der Polizei getötet.
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Globales Lernen
ist als Begriff seit Beginn der neunziger Jahre vermehrt zu
finden. Seine Konzeption hat sich aus verschiedenen pädagogischen
Ansätzen entwickelt, von denen die entwicklungspolitische
Bildung und die sogenannte Dritte-Welt-Pädagogik
die wichtigsten sind. Globales Lernen kann als pädagogische
Reaktion auf die Entwicklung hin zu einer Weltgesellschaft verstanden
werden. Es will zum einen eine Orientierung für das eigene
Leben finden helfen und zum anderen darin unterstützen,
eine Vision für das Leben in einer human gestalteten Weltgesellschaft
zu entwickeln.
(siehe dazu die Bücher von Annette Scheunpflug)
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Global Governance
meint Weltregierung, die ein politisches Gegengewicht
zur wirtschaftlichen Globalisierung bilden sollte. Ideen wie
ein Weltparlament sind aber momentan utopisch.
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Global Goods, Global Player
nennt man Produkte beziehungsweise Produzenten, die überall
auf der Welt vertreten sind, beispielsweise Coca-Cola und McDonald's.
Siehe auch Transnationale Konzerne.
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Globalisierung
kann verstanden werden als ein von Wirtschaft und Technik angetriebener
Prozess der überwindung nationalstaatlicher Grenzen. Dieser
hat zum Teil massive Auswirkungen auf soziale, kulturelle, wirtschaftliche
und politische Lebensbereiche. Globalisierung wird je nach Standpunkt
als Ursache oder Lösung der aktuellen gesellschaftlichen
Probleme benannt, als Grund für Massenarbeitslosigkeit
oder als Hoffnung für einen erneuten Aufschwung.
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Globalisierungskritiker
legen Wert darauf, nicht als Globalisierungsgegner zu gelten.
Sie lehnen die Globalisierung nicht per se ab, sondern die neoliberale
Philosophie, mit der sie durchgesetzt wird.
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Göteborg
Schwedische Stadt, in der es beim EU-Gipfel im Mai 2001 zu schweren
Ausschreitungen zwischen Globalisierungskritikern und der Polizei
kam. Ein Demonstrant wurde durch Schüsse schwer verletzt.
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G-7 / G-8
bezeichnet das Treffen der sieben (wirtschaftlich) beziehungsweise
acht (politisch) wichtigsten Industriestaaten: USA, Japan, Deutschland,
Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada plus Russland.
1975 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der sechs wichtigsten
Industrienationen (USA, Japan, Deutschland, Großbritannien,
Frankreich und Italien) zu einer Gipfelkonferenz. 1976 trat
Kanada bei die Gruppe der Sieben (G-7) war geboren. Seit
1994 gehört auch Russland dazu; man spricht daher nun von
der G-8.
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HIPC II
heißt die Initiative zum Schuldenerlass für die hoch
verschuldeten ärmsten Entwicklungsländer (Highly Indebted
Poor Countries), die auf dem Kölner G-8-Gipfel 1999 beschlossen
wurde. Siebzig Milliarden Dollar sollen den Ländern erlassen
werden, teils aus Schulden bei den Regierungen der Industriestaaten,
teils beim Internationalen Währungsfonds. Kritiker fordern
einen umfassenderen Erlass.
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Indymedia
ist eine unabhängige Medienplattform im Internet. Eines
der Sprachrohre für Globalisierungskritiker mit vielen
Informationen über die Globalisierung und die Bewegung.
Mehr dazu: www.de.indymedia.org.
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Internet
ist das Informationssystem, das seit 1993 existiert und den
schnellen Austausch von Informationen und Kapital weltweit ermöglicht.
Es ist die wichtigste technische Grundbedingung der Globalisierung.
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IWF
ist die Abkürzung für Internationaler Währungsfonds,
der ursprünglich die Stabilität der Wechselkurse fördern
sollte. 182 Mitgliedsländer stellen Kapital zur Verfügung
und können sich im Gegenzug beim Fonds Geld leihen. Der
IWF wird kritisiert, weil er Entwicklungsländer als Bedingung
für Kredite zu bestimmten Wirtschaftsreformen (siehe Strukturanpassungsprogramme)
zwingt.
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Johannesburg
war der zweite Tagungsort der UN Konferenz
für Umwelt- und Entwicklung vom 26.08. - 04.09.2002.
Dort trafen sich die Staats- und Regierungschefs zum Weltgipfel
für nachhaltige Entwicklung. Zehn Jahre nach dem Gipfel
in Rio de Janeiro sollten Strategien und Ergebnisse diskutiert,
vor allem aber neue Schritte in Richtung auf eine weltweit zukunftsfähige
Lebensweise getan werden.
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Kapitalmarktkontrollen
sollen den freien Verkehr von Geld, Aktien, Anleihen einschränken.
Vor allem kurzfristig zu spekulativen Zwecken angelegtes Geld
soll so in nachhaltige Investitionen umgelenkt werden.
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Katar
ist ein Staat auf der Arabischen Halbinsel, wo vom 9. bis 13.
November 2002 das Treffen der Welthandelsorganisation (WTO)
stattfand.
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Komparative Kostenvorteile
lautet die Forderung der Neoliberalen, nach der jedes Land produzieren
und exportieren soll, worin es Wettbewerbsvorteile gegenüber
anderen Ländern hat.
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Liberalismus, Neoliberalismus
ist die Wirtschaftstheorie, nach der ein möglichst freier
Markt zu Wohlstand führt, während staatliche Eingriffe
wie Mindestlöhne oder Höchstpreise den volkswirtschaftlichen
Wohlstand mindern.
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Maastricht-Kriterien
bezeichnen drei Stabilitätsbedingungen (Inflationsrate,
Neuverschuldung, Schuldenstand) für die EU-Länder,
die der Eurozone beitreten wollen.
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Multis
ist die saloppe Abkürzung für multinationale Konzerne
wie beispielsweise Shell oder Daimler Chrysler.
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Nachhaltigkeit
ist die deutsche übersetzung von sustainable development
und wird im Brundtland-Bericht definiert als eine Entwicklung,
die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren,
dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse
nicht befriedigen können.
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Neoliberalismus
siehe Liberalismus
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New Economy
ist die Chiffre für den modernen Kapitalismus, der auf
dem Internet, der zunehmenden Finanzierung von Firmen über
die Börsen sowie der Deregulierung basiert.
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NGO (Non Governmental Organization)
ist die englische Abkürzung für Nichtregierungsorganisation
(NRO). Zu den autonomen NGOs gehören die Kirchen, die politischen
Stiftungen und sonstige private Träger von Entwicklungshilfe.
NGOs werden durch öffentliche Mittel unterstützt,
allerdings übersteigen die eigenen Leistungen der NGOs
die öffentlichen Zuschüsse um etwa das 2,5fache.
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NIC (Newly Industrialized Countries)
siehe Schwellenland
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NRO (Nichtregierungsorganisation)
ist die deutsche Abkürzung für NGO (Non Governmental
Organization); siehe NGO
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Offshorezentrum
siehe Steuerparadies
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Porto Alegre
ist eine Stadt im Süden von Brasilien, wo seit Januar 2001
das Weltsozialforum (WSF) stattfindet (siehe Weltsozialforum).
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PRSP
heißt Poverty Reduction Strategy Paper. Gemeint ist der
neueste IWF-Kredit für Entwicklungsländer, der erstmals
nicht nur an Wirtschaftsreformen gekoppelt ist, sondern auch
an einen Armutsbekämpfungsplan, den das Schuldnerland selbst
entwerfen soll. <
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Prag
Hier fand 2001 die Herbsttagung von Weltbank und IWF statt,
gegen die 15.000 Globalisierungkritiker
demonstrierten.
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Privatisierung
gehört zu den liberalen Rezepten, mit denen die Ausgaben
und die Verschuldung des Staates gesenkt, sowie die Effizienz
der bis dahin öffentlichen Einrichtungen gesteigert werden
sollen.
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Protektionismus
meint das Bestreben einzelner Länder oder Regionen, ihre
Märkte etwa durch Zölle oder bestimmte Auflagen (Mindeststandards)
vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.
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Rio
war der Ort, an dem im Juni 1992 die UN
Konferenz für Umwelt und Entwicklung stattfand.
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Rio plus 10
ist der Name für die zehn Jahre später stattfindende
Folgekonferenz des ersten Umwelt- und Entwicklungsgipfels im
Juni 1992 in Rio de Janeiro. Tagungsort des dritten Gipfels
vom 26.08. 04.09.2002 war Johannesburg in Südafrika,
nachdem das Rio+5-Treffen 1997 in New York abgehalten wurde.
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Schuldenerlass
siehe HIPC II
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Schwellenland
ist die deutsche übersetzung von Newly Industrializing
Country (NIC) und meint, dass sich ein Land an der Entwicklungsschwelle
zu einem Industrieland befindet und damit die typischen strukturellen
Merkmale eines Entwicklungslandes (z.B. niedriges Pro-Kopf-Einkommen,
eine unzureichende materielle und soziale Infrastruktur, niedrige
Humankapitalbildung, etc.) überwunden hat. Eine andere
Bezeichnung für Schwellenland ist auch Take-off-Country.
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Seattle
gilt als Geburtsstunde der Bewegung der Globalisierungsgegner.
In Seattle verhinderten Demonstranten im Jahre 2000 unter anderem,
dass die Teilnehmer am WTO-Treffen das Konferenzgebäude
betreten konnten.
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Shareholder Value
steht für das Konzept, den Wert der Aktie zum Leitmotiv
für Unternehmenspolitik zu machen und nicht die
Belange der Mitarbeiter.
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Spekulanten
kaufen oder verkaufen Währungen oder Wertpapiere in der
Hoffnung auf in naher Zukunft steigende Kurse. Wenn sich Spekulanten
abstimmen und gleichzeitig zum Beispiel auf die Abwertung
einer Währung wetten, können sie
damit ganze Volkswirtschaften unter Druck setzen.
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Steuerparadiese
nennt man Staaten, die nur geringe oder keine Steuern auf Kapitalanlagen
erheben. Daher sind sie Zufluchten für Reiche, die ihr
Geld im eigenen Land nicht versteuern wollen.
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Strukturanpassungsprogramme
nennt man die Wirtschaftsreformen, die der IWF Entwicklungsländern
für bestimmte Kredite verschreibt. Dazu gehören die
Privatisierung staatlicher Betriebe wie Telefongesellschaften,
die Abschaffung von Subventionen und die öffnung der Kapitalmärkte.
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Sustainable Development
wird im Deutschen meist mit nachhaltiger Entwicklung
übersetzt (siehe Nachhaltigkeit).
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Take-off-Country
siehe Schwellenland
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Tigerstaaten
bezeichneten zunächst nur die vier jungen ostasiatischen
Industrieländer Singapur, Hongkong, Taiwan und Südkorea.
Sie erlebten in den letzten 30 Jahren einen beispiellosen wirtschaftlichen
Aufholprozess. Gehörten diese Staaten noch vor Jahrzehnten
zur Gruppe der ärmsten Entwicklungsländer der Welt,
so werden sie heute als industrielle Aufsteiger, als die sogenannten
NICs (Newly Industrialized Countries) klassifiziert. Heute zählen
ebenfalls Malaysia, Thailand, Philippinen und Indonesien zu
den Tigerstaaten.
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Tobin-Steuer
benannt nach dem US-ökonomen und Nobelpreisträger
James Tobin. Danach sollen alle Devisengeschäfte an den
Börsen mit einer Abgabe von 0,1 Prozent belegt werden.
Die Steuer soll Spekulanten abschrecken und die Börsen
sowie die Wechselkurse stabilisieren. Die Einführung der
Tobin-Steuer ist eine der Hauptforderungen von Attac.
Zur Zeit wird sie auch auf Regierungsebene (in Deutschland und
Frankreich) diskutiert. Tobin selbst beschwerte sich kürzlich
in einem Interview, sein Name werde von den Globalisierungskritikern
missbraucht.
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Transnationale Konzerne
werden allgemein als Weltkonzerne wie Shell, General Motors,
IBM, Daimler-Benz oder Hoechst beschrieben. Genaue Definitionen
sind umstritten. In der Regel gelten Konzerne jedoch erst dann
als transnational, wenn sie in mehr als drei Staaten abhängige
Unternehmen besitzen. Insgesamt lässt sich in der letzten
Dekade ein erheblicher Bedeutungszuwachs der transnationalen
Konzernen verzeichnen, weshalb von seiten der NGOs erhebliche
Bedenken geäußert werden. Besonders die nicht zu
kontrollierenden Einflussmöglichkeiten von transnationalen
Konzernen auf die nationalstaatliche Politik und die starke
und oft ausschließliche Profitorientierung stehen im Mittelpunkt
der Kritik.
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Trikont
ist ein Begriff für die drei Kontinente Afrika, Asien und
Lateinamerika, der in kritischer Abgrenzung alternativ zum Dritte-Welt-Begriff
verwendet wird.
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TRIMS
die Abkürzung für Trade-Related-Investment Measures.
Wenn ausländische Firmen in einem Land investieren wollen,
sind sie häufig mit Beschränkungen konfrontiert, wie
beispielsweise Mindestfertigungsanteile. Das bedeutet z.B.,
dass wenn Mercedes Benz in Thailand Autos verkaufen möchte,
ein gewisser Prozentsatz des Autos in Thailand hergestellt sein
muss (Reifen, Sitzbezüge oder ähnliches). Solche Investitionshemmnisse
sollen mit dem TRIMS abgebaut werden.
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TRIPS
ist das Kürzel für Trade-Related Aspects of Intellectual
Property Rights, das Abkommen der Welthandelsorganisation über
den Schutz geistigen Eigentums im Freihandel. Besonders umstritten
ist hierbei der Patentschutz für biologische Ressourcen
(Saatgut).
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UN Konferenz für Umwelt
und Entwicklung Rio 1992
beteiligt waren Regierungsdelegationen aus 178 Ländern,
Vertreter von Entwicklungs- und Umweltverbänden, Abgesandte
lokaler Behörden und Repräsentanten aus Wissenschaft
und Wirtschaft. Erklärtes Ziel war es, gemeinsam Konzepte
zur Lösung der globalen sozialen und ökologischen
Krisen zu erarbeiten. Das Abschlussdokument dieses Umwelt- und
Entwicklungsgipfels ist die Agenda 21 (siehe Agenda
21).
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VENRO
ist die Abkürzung für den Verband Entwicklungspolitik
Deutscher Nicht-Regierungsorganisationen e.V.. VENRO ist
ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 100 deutschen Nicht-Regierungsorganisationen
(NRO), von denen die meisten bundesweit tätig sind. Die
VENRO-Mitglieder sind private und kirchliche Träger der
Entwicklungszusammenarbeit, der Nothilfe sowie der entwicklungspolitischen
Bildungs-, öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Mehr Infos:
www.venro.org.
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WEF
siehe Davos
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Weltbank
ist eine multilaterale Bank, die langfristig staatlich gestützte
Entwicklungsprogramme finanzieren soll. Sie wird vor allem deshalb
angegriffen, weil sie Kredite auch für sozial und ökologisch
bedenkliche Projekte vergibt.
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Weltsozialforum (WSF)
Angesichts der voranschreitenden Verschlechterung der Lebensbedingungen
in vielen Ländern treffen sich vom 23.01. 28.01.2003
zum dritten Mal soziale Bewegungen, NGOs
und Gewerkschaften aus aller Welt zum Weltsozialforum in Porto
Alegre (Brasilien). Das Forum versteht sich als Gegenveranstaltung
zu dem zeitgleich im Schweizer Davos tagenden Weltwirtschaftsforum.
Die TeilnehmerInnen des WSF eint die Ablehnung einer neoliberalen
Weltwirtschaftsordnung. So sollen ökonomische Alternativen
geschaffen, konkrete Projekte entwickelt und die öffentlichkeit
mobilisiert werden. Im Aufruf der brasilianischen OrganisatorInnen
heißt es: Das Weltsozialforum wird eine neue
internationale Plattform bieten, um den Austausch sozialer und
wirtschaftlicher Projekte herzustellen, die die Förderung
der Menschenrechte, der sozialen Gerechtigkeit und der nachhaltigen
Entwicklung zum Ziel haben.
top
WSF
ist die Abkürzung für Weltsozialforum.
top
WTO
ist die Abkürzung für die Welthandelsorganisation.
Sie schafft völkerrechtlich verbindliche Regeln für
den internationalen Handelsverkehr, hat 142 Mitglieder und wird
vor allem deshalb kritisiert, weil sie den totalen Freihandel
propagiert, von dem auch Nahrungsmittel oder Patente auf Erbgut
nicht ausgenommen werden.
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Mareike Wittkuhn, Burkhard Leber
mit freundlicher Unterstützung von Katharina Koufen (taz-Wirtschaftsredakteurin)
und Constantin Vogt (Hospitant im taz-ökologie- und Wirtschaftsressort)
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